Stadt der "castells", der Menschenpyramiden

© Rafael López-Monné
© Joan Capdevila Vallve
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Balance zwischen Vernunft und Leidenschaft

Die Sekunden zogen sich ewig lang, er war an seine Grenzen gelangt. Er konnte nichts sehen, stand dicht gedrängt an Dutzende andere Körper, schwitzend und leidend wie er selbst. Der Klang der Schalmeien und die Rufe des Gruppenleiters, des cap de colla, mahnten ihn jedoch, durchzuhalten. Diese Hitze. Sein Körper, der schon einige Jahre auf dem Buckel hatte, litt erbärmlich. Nur der Wille hielt ihn aufrecht. Fest. Auf seinen Schultern erhob sich eine Pyramide, die neun Etagen haben würde. Nicht mal denken wollte er an das Gewicht, das auf ihm lastete. Wenn ihn nicht zwei Mädchen wie Krücken unter den Achseln stützen würden, er würde zusammenbrechen wie morsches Holz ...

Die castells, die Menschenpyramiden, stammen aus den Regionen Campo de Tarragona und Penedés und werden auf die Zeiten des Ball de Valencians (18. Jahrhundert) zurückgeführt. In Tarragona gibt es vier Vereine, die sogenannten colles castelleres, und der Geist und Flair der castells prägt die Stadt noch heute. Der Bau der Menschenpyramiden fordert die Zusammenarbeit vieler Menschen und jeder hat seinen Platz, vom Größten und Stärksten bis hin zum Kleinsten. Ohne Anführer, den cap, und ohne Mut geht gar nichts.

Tarragona, Stadt der "castells", der Menschenpyramiden 2017: von 24. Juni bis 24. September. Download als PDF (englische Version)

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